Kurzantwort: Feuchttücher lösen sich im Wasser nicht auf und verknäueln sich im Rohr zu dichten Pfropfen. Eine Verstopfung durch Feuchttücher müssen Sie mechanisch entfernen, da Chemie hier kaum hilft. Werfen Sie Feuchttücher grundsätzlich in den Mülleimer.
Warum sind Feuchttücher so problematisch?
Obwohl viele Feuchttücher mit dem Aufdruck "spülbar" beworben werden, lösen sie sich im Wasser praktisch nicht auf. Im Gegensatz zu herkömmlichem Toilettenpapier, das sich innerhalb von Sekunden zersetzt, behalten Feuchttücher ihre Faserstruktur. Im Rohr bleiben sie hängen, fangen weitere Tücher, Haare und Fettpartikel ein und bilden so feste, hartnäckige Verstopfungen.
Typische Stellen, an denen Feuchttücher stecken bleiben
- Engstellen und Bögen im Abflussrohr
- Übergänge zwischen alten und neuen Rohrabschnitten
- Pumpenstationen und Hebeanlage-Einläufe
- Siebkörbe in Kanalschächten
Wie äußert sich eine solche Verstopfung?
Typische Anzeichen sind:
- Toilette spült langsam oder gar nicht mehr vollständig durch
- Gurgelnde Geräusche aus dem Abfluss oder der Toilette
- Wasser läuft in anderen Abflüssen über, wenn die Toilette gespült wird
- Rückstau aus dem Bodenablauf im Keller oder Erdgeschoss
So lösen Sie die Verstopfung
Schritt 1: Saugglocke
Setzen Sie eine kräftige Saugglocke über den Toilettenabfluss und pumpen Sie mehrmals kräftig. Der Druckwechsel kann einen noch nicht vollständig festgesetzten Pfropfen lockern oder verschieben.
Schritt 2: Rohrspirale
Eine manuelle oder elektrische Rohrspirale kann die Feuchttücher aufbohren oder zumindest so weit lockern, dass Wasser wieder durchfließt. Führen Sie die Spirale vorsichtig ein und drehen Sie sie langsam.
Schritt 3: Hochdruckspülung
Wenn Saugglocke und Spirale nicht ausreichen, muss ein Fachbetrieb mit Hochdruckspülung ran. Der Wasserstrahl löst den Pfropfen und spült die Rückstände aus dem Rohr. Das ist die zuverlässigste Methode.
Was Sie nicht tun sollten
- Chemische Rohrreiniger helfen bei Feuchttüchern kaum. Sie zersetzen Haare und Fett, nicht aber synthetische Fasern.
- Mehrfaches kräftiges Spülen kann den Druck erhöhen und bei älteren Rohren zu Undichtigkeiten führen.
Richtige Entsorgung: So vermeiden Sie Verstopfungen
Die einzige sichere Regel lautet: Feuchttücher gehören in den Restmüll, nicht in die Toilette. Das gilt auch für Produkte, die als "flushable" (spülbar) vermarktet werden. Tests haben gezeigt, dass selbst diese Tücher sich in Abwasserleitungen kaum zersetzen und Kläranlagen erheblich belasten.
- Stellen Sie neben jeder Toilette einen kleinen Mülleimer mit Deckel auf.
- Informieren Sie alle Haushaltsmitglieder, besonders Kinder.
- Bei Vermietung: Hinweis im Übergabeprotokoll und in der Hausordnung aufnehmen.
Wer trägt die Kosten in Leverkusen?
Wenn die Verstopfung durch Feuchttücher nachweislich von einem Mieter verursacht wurde, trägt dieser die Kosten für die Rohrreinigung. Ist der Verursacher unklar, übernimmt in Mehrfamilienhäusern häufig die Eigentümergemeinschaft zunächst die Kosten und regelt die Rückforderung intern.
Fazit
Feuchttücher im Abfluss sind in Leverkusen und bundesweit eines der häufigsten Ursachen für teure Rohrreinigungseinsätze. Die Lösung ist einfach: Tücher in den Mülleimer. Ist die Verstopfung erst da, muss mechanisch oder per Hochdruck rangegangen werden.